Niedriger Vitamin D-Wert trotz Supplementierung – wie kann das sein?

Bist du fit in Sachen Vitamin D? Dass die Einnahme des Sonnenvitamins insbesondere in der dunklen Jahreszeit wichtig ist, ist dir wahrscheinlich bekannt. Wir haben darüber bereits ausführlich berichtet und auch die Bedeutung von Vitamin D für Sportler herausgestellt. Wenn du dir seine Relevanz für den Organismus und deine Leistungsfähigkeit nochmal präsent machen willst, kannst du dir über die Beiträge aus unserem Magazin schnell einen Überblick verschaffen. Wer von der Notwendigkeit einer Supplementierung überzeugt ist und regelmäßig Vitamin D einnimmt, sollte also auf der sicheren Seite sein, oder?

 

Inhalt

  1. Die Aufnahme und Bildung von Vitamin D im Körper
  2. Die Rolle von Vitamin K2 und Magnesium

 

Leider stellt sich bei Tests immer wieder heraus: Die Blutwerte sind trotz Vitamin D-Einnahme viel niedriger als erwartet, oft liegen sie gerade mal leicht oberhalb eines Mangels (1). Wie kann das sein? Die Lösung liegt, wie so oft, im Detail: Wie viele Substanzen, die im Körper verstoffwechselt werden, ist auch Vitamin D in ein komplexes biochemisches Zusammenspiel eingebunden. Wir erklären dir im Folgenden die wichtigsten Phasen der Vitamin D-Bildung im Körper. Dabei sind insbesondere Magnesium und Vitamin K2 von zentraler Bedeutung. Nur durch das richtige Zusammenspiel dieser Substanzen kann der Organismus die positiven Wirkungen des Vitamin D voll ausschöpfen. Deshalb solltest du bei der Vitamin D-Einnahme genau hinschauen, welches Präparat du verwendest.

 

Die Aufnahme und Bildung von Vitamin D im Körper

Damit die physiologisch aktive Form von Vitamin D, die eigentlich ein Hormon ist (Calcitriol) im Körper entstehen und wirken kann, müssen eine Reihe Stoffwechselschritte durchlaufen werden. Wir stellen dir zum besseren Verständnis in knapper und verständlicher Form die Abläufe dar. Damit kannst du verstehen, warum es meistens nichts bringt, einfach ein beliebiges Vitamin D-Präparat einzunehmen.

Die eigentliche und evolutionär entstandene Power-Station für deine Vitamin D-Bildung befindet sich in deiner Haut. Das im Gewebe der Oberhaut vorhandene Provitamin (7-Dehydrocholesterol) wird durch die UV-B-Strahlung der Sonne in einer bestimmten Wellenlänge zum Prävitamin D3 und schließlich zu Vitamin D (Cholecalciferol) umgewandelt. Über die Blutbahn gelangt es zur Leber, wo es wiederum zum 25(OH)Vitamin D3 (Calcidiol) hydroxyliert wird. In dieser Form dient es auch zur Bestimmung des Vitamin D-Status im Rahmen eines Bluttests. 

Das Calcidiol wird nun wiederum über die Blutbahn zurück in den Körper geleitet und erreicht schließlich die Nieren, wo es zum physiologisch wirksamen Calcitriol aktiviert wird. Erst jetzt kann es seine positive Wirkung auf die Organe entfalten. Zu den wichtigsten Aufgaben von Vitamin D in dieser aktiven Form gehört die Regulierung der Aufnahme von Calcium und Phosphat im Dünndarm und die Knochenmineralisierung. Darüber hinaus ist das nun biologisch aktive Vitamin D als Steroidhormon an zahlreichen weiteren Vorgängen im Organismus (z. B. der Regulation des Blutdruckes, des Nervensystems und der Muskulatur) beteiligt. (2) 


Die Bildung der Vitamin D-Vorstufen durch UV-B-Strahlung in der Haut ist die wichtigste Maßnahme des Organismus, um aktives Vitamin D zu bilden. Durch den niedrigen Sonnenstand im Winter ist allerdings eine Vitamin D-Synthese zu dieser Zeit nicht möglich. Der Vitamin D-Spiegel sinkt entsprechend im Winter ab, falls keine Supplementierung stattfindet. Die Nahrung spielt hier nur eine untergeordnete Rolle, da nur sehr wenige Lebensmittel nennenswerte Mengen von Vitamin D3 bzw. D2 enthalten. Um den Mangel an UV-B-Strahlung insbesondere im Herbst und Winter auszugleichen, nutzen immer mehr Menschen die Möglichkeit, Vitamin D (Cholecalciferol) einzunehmen. Durch die Einnahme von Cholecalciferol in Form von Supplementen kann die Aufnahme über die Ernährung nennenswert und gezielt  erhöht werden. (3)

Die Rolle von Vitamin K2 und Magnesium 

Bei der Supplementierung wird leider oft nicht berücksichtigt, dass der Körper zur Umwandlung und Nutzung von Cholecalciferol und der verschiedenen Vitamin D-Stufen Hilfsstoffe, insbesondere Magnesium und Vitamin K2 braucht. Daher reicht lediglich die Einnahme von Vitamin D3 nicht aus. Wenn der Magnesiumhaushalt zu gering ist, kann das D3 (Cholecalciferol) nicht in das bioaktive Calcidiol, also die Verbindung, die unser Körper weiterverwerten kann, umgewandelt werden. 

Das ist der Grund, warum relativ viele Menschen trotz Einnahme von Vitamin D3 einen geringen 25-OH ng/ml Messwert haben: Das eingenommene Cholecalciferol wurde nicht in ausreichender Form in Calcidiol umgewandelt. Magnesium spielt im Körper für zahlreiche Vorgänge eine wichtige Rolle, weshalb du die Versorgung damit sowieso im Auge behalten solltest. Bei der Aktivierung von Vitamin D wird es unbedingt benötigt und auch verbraucht, weshalb eine gute Versorgung mit Magnesium bei der Vitamin D-Supplementierung die Voraussetzung für eine erfolgreiche Erhöhung der Blutwerte ist. 

Vitamin K2 hat eine andere Aufgabe: Es reguliert die Verteilung von Calcium im Organismus und sorgt dafür, dass Calcium im Blut in die Knochen gelangt und sich nicht in den Blutgefäßen oder der Niere ablagert. Wenn Vitamin D über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, sollte es mit Vitamin K2 (MK-7) kombiniert werden, um die bei hohen Vitamin D-Blutwerten grundsätzlich mögliche Hyperkalzämie auszuschließen. Vitamin K2 sorgt dafür, dass die von Vitamin D im Darm absorbierten und in den Nieren rückresorbierten Mineralien vom Blut in die Knochen gelangen. 

Es gibt zunehmend Hinweise dafür, dass der empfohlene Vitamin-K-Bedarf durch die normale Zufuhr über die Nahrung nicht ausreicht. Vitamin K2 liegt in den Formen MK4 und  MK7 vor. Beide werden aus Nahrungsmitteln und Supplementen fast vollständig aufgenommen. Erhebliche Unterschiede gibt es allerdings in der Halbwertszeit im Körper: MK 4 wird nach wenigen Stunden wieder ausgeschieden, während MK7 über rund 72 Stunden im Blut verbleibt. Entsprechend zeigt MK7 eine bessere und längere Wirksamkeit. Zu berücksichtigen ist zudem: Der Körper kann nur die Trans-Form von MK7 verarbeiten, welches daher besonders wichtig bei der Auswahl eines Vitamin K2-Präparats ist. (4)

 

Fazit:

Wer seine Versorgung mit Vitamin D verbessern will, tut gut daran, genau zu prüfen, welche Präparate er einnimmt. Ein Produkt aus der Drogerie mag auf den ersten Blick einen guten Eindruck machen, oft zeigt sich aber bei genauerem Hinsehen, dass Dosierung und Zusammenstellung mangelhaft sind. Günstige Produkte aus dem Handel sind oft zu niedrig dosiert und enthalten tierische Bestandteile. Vitamin D-Öle sind ebenfalls nicht zu empfehlen. Sie können recht schnell verderben und ihre Wirksamkeit verlieren. Der Grund: Bakterien gelangen in dieser Darreichungsform oft durch die Pipette in den Behälter und das Öl kann zusätzlich durch Licht negativ beeinflusst werden. Außerdem lässt sich das notwendige Magnesium nicht in Öl lösen, sodass es in dieser Darreichungsform immer fehlt. Optimal sind vegane Kapseln, die bereits zusätzlich mit Vitamin K2 und Magnesium angereichert sind. Der Herstellungsprozess und die Zutaten sollten zudem klar deklariert und nachvollziehbar sein. So wird gewährleistet, dass das Vitamin D gut verstoffwechselt wird und seine Wirkung an den richtigen Stellen entfalten kann.

 

 

 


 

Quellenangaben:

(1)https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_2016_02_ernaehrung4.pdf?__blob=publicationFile
(2)https://www.netdoktor.de/medikamente/calcitriol/
(3)https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/2925/schluesselelement-vitamin-d/
(4)https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/6027/vitamin-k2/

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