Kurkuma – Hype oder Heilpflanze?

Die Kurkuma-Pflanze gehört zur Familie der Ingwergewächse und wird in tropischen Regionen insbesondere Südostasiens angebaut. Wie auch beim Ingwer wird das Rhizom, also die unterirdisch wachsenden Sprossen, seit langem als Gewürz- und Heilpflanze genutzt. Verantwortlich dafür ist das Polyphenol Curcumin, das auch für die gelbe Farbe der Pflanze und des daraus gewonnen Pulvers verantwortlich ist. Seine häufigste Verwendung als Nahrungsmittel hat Kurkuma als Bestandteil von Currypulver. Die Pflanze tritt in den letzten Jahren immer stärker auch als Nahrungsergänzung mit therapeutischem Nutzen in den Fokus.

Aber was ist dran an der Heilwirkung des Curcumins? Handelt es sich dabei nur um einen der vielen Hypes, die schnell wieder verschwinden, oder gibt es gute Gründe, sich damit aus therapeutischer Sicht auseinanderzusetzen? Was ist dran an den Meldungen und Berichten zu positiven Effekten u. a. auf Entzündungsvorgänge, das Metabolische Syndrom, Arthritis und Schmerzen? Stimmt es, dass Kurkuma die Regeneration fördert und antioxidative Wirkung hat? Um dies zu prüfen, müssen wir uns anschauen, was die Wissenschaft dazu zu sagen hat.

 

Inhalt

  1. Was sagt die Wissenschaft?
  2. Kurkuma als Antioxidans und Entzündungshemmer
  3. Sport und Regeneration
  4. Wie sich die Bioverfügbarkeit und Wirkung von Curcumin erhöhen lässt?

 

 

 

Was sagt die Wissenschaft zur Wunderknolle?

Recherchiert man auf den einschlägigen Internet-Plattformen oder in Suchmaschinen nach Informationen zum Thema Kurkuma / Curcumin, wird man mit unzähligen Artikeln, Blog- und Video-Beiträgen sowie Anbietern von Kurkuma-Nahrungsergänzungsmitteln (Kapseln, Pulver) konfrontiert. Die Stimmen über das Knollengewächs reichen von spontanen Wunderheilungen bis hin zu ärztlichen Analysen, Studien und Ratschlägen. Was ist davon zu halten? Als wissenschaftlich denkende Menschen wollen wir wissen, was es mit der gesundheitlichen Wirkung des Kurkumas – jenseits von Lifestyle und Werbeversprechen – wirklich auf sich hat.

Wir verlassen uns also nicht auf einzelne Erfolgsgeschichten und angebliche Wunderheilungen (generell keine gute Idee übrigens), sondern schauen nach, was Wissenschaft und Forschung zum Thema zu sagen haben. Und überraschenderweise finden sich über Kurkuma bzw. Curcumin jede Menge Studien (1), (10), (13) und wissenschaftliche Untersuchungen. Ein erster Hinweis, dass die Substanz tatsächlich einer genaueren Betrachtung wert ist? Wir werden uns im folgenden Beitrag mit den Studien zum Curcumin in Bezug auf verschiedene gesundheitliche und therapeutische Aspekte beschäftigen.

 

Im Fokus: Kurkuma als Antioxidans und Entzündungshemmer

Ausgesprochen vielversprechend ist die Forschungslage hinsichtlich der entzündungshemmenden Wirkung von Curcumin. Hier wird es beispielsweise als Ersatz für das in Verruf geratene Cortison diskutiert, das mit Nebenwirkungen wie Fett- und Wassereinlagerungen, Muskelschwäche, Osteoporose, Müdigkeit etc. in Verbindung gebracht wird. Curcumin, so wurde herausgefunden, beeinflusst ebenso wie Cortison, ein bestimmtes Protein im Körper, das bei Entzündungen von Bedeutung ist.

Es handelt sich dabei um das Protein GILZ (Glucocorticoid-induzierter Leucin Zipper), das bei Entzündungsprozessen im Körper zurückgedrängt wird, was den Entzündungsprozess verstärkt. Kortison wie auch Curcumin haben die Eigenschaft, die Produktion des entzündungshemmenden Proteins GILZ zu erhöhen und können so dafür sorgen, dass Entzündungsprozesse herabgesetzt werden. Curcumin scheint allerdings den Vorteil zu haben, dass dieser Prozess mit deutlich weniger Nebenwirkungen abläuft als bei Kortison (2), (3). Aber auch Analgetika wie Diclofenac, die bei Schmerzen und Entzündungen des Bewegungsapparates angewendet werden, können ggf. durch das nebenwirkungsarme Curcumin ersetzt werden (4).

Antioxidantien können den Körper vor oxidativem Stress schützen, indem Sie Reaktionsabläufe verändern, sodass diese weniger schädlich für den Organismus sind. Antioxidantien können daher schädliche Stoffe, wie sie z. B. in Zigarettenrauch vorhanden sind, aber auch im Körper selbst z. B. durch Entzündungsprozesse entstehen, eliminieren. Die wertvollen Stoffe kommen vor allem in Obst und Gemüsen vor. Zu ihnen zählen u. a. diverse Vitamine, Beta-Carotin, Zink, Selen und auch Curcumin.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese beiden nachgewiesenen Effekte von Curcumin – die antientzündliche und die antioxidative Wirkung (5) – die Grundlage für zahlreiche weitere damit in Verbindung gebrachte Wirkungen darstellen. Denn eine Reihe von Erkrankungen und Beschwerden werden von Entzündungen hervorgerufen oder gehen mit ihnen einher. Antioxidantien sind für den Körper zentrale Substanzen, um schädliche Abläufe zu unterbinden oder zu reduzieren.

 

Sport und Regeneration

Intensiver Sport ist Stress für den Körper, verursacht kleine Verletzungen und Entzündungen im Muskel, schwächt kurzfristig das Immunsystem und die Leistungsfähigkeit. In einem solchen Zustand kommen die entzündungshemmenden Eigenschaften des Curcumins natürlich wie gerufen. Tatsächlich deuten Studien darauf hin, dass die Gabe von Curcumin signifikant die Trainingsqualität und die Regeneration verbessern kann. Auch eine Verbesserung der Fettverdauung durch Curcumin wird durch Studien nahe gelegt (7), (11) Studien legen nahe, dass Curcumin antientzündlich wirkt, indem es die Enzyme Cyclooxygenase-2 (COX-2) und LOX-2 blockiert (9).

Durch intensives Training können zudem freie Sauerstoffmoleküle entstehen, die den Körper, insbesondere die Zellmembranen und Mitochondrien schädigen können. Dieser oxidative Stress kann möglicherweise durch Curcumin reduziert werden. Dies würde bedeuten, dass Curcumin die positiven Effekte eines harten Trainings fördern und die Belastung für den Körper reduzieren könnte (8), (12).

Gelenkprobleme und Gelenkverschleiß sind nicht nur für Sportler ein großes Problem. Auch hier deutet vieles darauf hin, dass Curcumin degenerative Veränderungen der Gelenke und Entzündungen des Bewegungsapparates lindern oder vorbeugen kann (6). Für Menschen, die möglichst lange einen sportlichen und aktiven Lebensstil beibehalten wollen, eine vielversprechende Option.

 

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Wichtig: Wie sich die Bioverfügbarkeit und Wirkung von Curcumin erhöhen lässt

Nach dem aktuellen Stand der Forschung lässt sich sagen: Wenn Curcumin unter therapeutischen Gesichtspunkten genutzt werden soll, ist eine Aufnahme durch Lebensmittel oder Speisen, die Kurkuma enthalten, nicht ausreichend. Die Konzentration von Curcumin und dessen Bioverfügbarkeit ist zu gering. Curcumin ist zudem nicht wasserlöslich und deshalb schwer für den Körper aufzunehmen. Die Bioverfügbarkeit kann deutlich erhöht werden, wenn es zusammen mit schwarzem Pfeffer aufgenommen wird. Das im Pfeffer enthaltene Alkaloid Piperin verbessert die Bioverfügbarkeit um das bis zu 20-fache (14).

Da der Körper Curcumin schnell abbaut, ist es von Vorteil, den Stoff möglichst regelmäßig zu sich zu nehmen. Dies sollte in Form eines Supplements (Kapseln, Pulver) geschehen, das idealerweise auch Piperin enthält. Über die Dosierung von Kurkuma für unterschiedliche therapeutische und präventive Maßnahmen wird in der Forschung noch diskutiert. Derzeit werden 2-3 mg Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht als sichere Obergrenze angesehen. Es ist jedoch möglich, dass für bestimmte therapeutische Effekte höhere Dosen notwendig sind.

Fazit: Curcumin ist eine hochinteressante natürliche Substanz, deren positive Effekte auf den Organismus weiterhin intensiv untersucht werden. Im Fokus der Wirksamkeit stehen klar seine antientzündlichen und antioxidativen Eigenschaften. Sie bilden die Schlüsselstelle für den weit verzweigten Wirkmechanismus, der mit Curcumin in Verbindung gebracht wird. Denn zahlreiche Erkrankungen, Beschwerden und Schmerzsymptome sind mit Entzündungen assoziiert z. B. Colitis ulcerosa, Arthritis, Metabolisches Syndrom etc. beruhen auf Entzündungsprozessen. Dass Curcumin Oxidationsvorgänge im Körper abmildern und damit Zellschädigungen reduzieren kann, ist ebenfalls ein zentraler positiver Wirkungsbestandteil.

Die zahlreichen vielversprechenden Forschungsergebnisse müssen natürlich noch weiter geprüft und durch weitere Studien geprüft werden. Es scheint sich auch herauszukristallisieren, dass die Menge des aufgenommenen Curcumins von großer Bedeutung ist. Die üblichen Mengen, wie sie in Currypulver oder manchen Gerichten vorhanden sind, sind aus therapeutischer Sicht nicht ausreichend. Extrakte (Kapseln, Pulver), insbesondere in Verbindung mit Piperin, das die Bioverfügbarkeit stark erhöht, sind hier die bessere Alternative. Auch Tees aus Extrakten sind grundsätzlich möglich.

Gleichzeitig muss betont werden, dass auch Curcumin kein Wundermittel ist und dass seine Wirkung auf den menschlichen Körper noch durch weitere Studien belegt werden muss. Das betrifft insbesondere die Dosis und die Dauer der Einnahme.

 

 

 

 


 

Quellenangaben:

  1. https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/jmf.2016.3705
  2. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/11/22/curcumin-besser-als-cortison/chapter:1
  3. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27629417/
  4. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30975196/
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24165958
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24853120
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6582779/
  8. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1756464615000092
  9. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-422006/curry-als-natuerlicher-cox-2-hemmer/
  10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5664031/
  11. https://iubmb.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/biof.1074
  12. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31340534/
  13. https://www.nutritionaloutlook.com/view/still-gold-turmeric-studies-are-revealing-new-and-surprising-benefits
  14. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9619120/
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